Literatur_Text

titel_NEU_buch_ruestzeug_RGB

www.edition-infopress.de

Immer noch ein Klassiker ist das Buch »Stilfibel« von Ludwig Reiners (München 1951). Neben dem, was der Titel verspricht, enthält die Stilfibel auch kurz und bündig das Wichtigste über die Grammatik – in einfachem, klaren Deutsch, ohne das sonst in diesem Zusammenhang so weit verbreitete Linguisten- und Philologenkauderwelsch. Obwohl das didaktische Konzept dieses Buches stark auf formales Auswendiglernen ausgerichtet ist, kann es auch ohne das sehr hilfreich sein. Aktuell im Handel ist eine 2007 erschiene Auflage.Das Buch »Wörter machen Leute – Macht und Magie der Sprache« (München 1976) von Wolf Schneider hat zwar einen gewissen Schwerpunkt auf dem Thema Journalismus, erhellt jedoch auch alle anderen Bereiche professioneller Sprachverwendung. Sehr empfehlenswert für jeden, der sich intensiver mit den Hintergründen der Textarbeit befassen will. Aktuell im Handel ist eine 1996 erschienene Auflage. Er hat weitere Bücher verfasst wie »Deutsch für Profis« (Hamburg 1982), »Unsere tägliche Desinformation – Wie die Massenmedien uns in die Irre führen« (München 1984), »Deutsch! Das Handbuch für attraktive Texte« (Reinbeck 2007) und »Speak German! Warum Deutsch manchmal besser ist« (Reinbeck 2008).

Die Bücher von Eike Christian Hirsch beschäftigen sich in Form von Glossen mit den vielfältigen Arten von Fehlanwendungen der deutschen Sprache. Sie bieten – neben einer äußerst vergnüglichen Lektüre – immer wieder Anlaß, gerade über die Sprachschludereien nachzudenken, die einem derartig häufig begegnen, daß man sie oft überhaupt nicht mehr als solche bemerkt (»Den Leuten aufs Maul«, Hamburg 1982). Schon 1976 hat er mit »Deutsch für Besserwisser« die Grundlagen gelegt und das Thema mit »Deutsch kommt gut. Sprachvergnügen für Besserwisser« (Hamburg 2009)fortgeführt.

Dieter Berger hat mit »Fehlerfreies Deutsch« (Mannheim 1982) ein Duden-Taschenbuch geschrieben, das weitaus besser lesbar ist als die große Duden-Grammatik. Obwohl es natürlich nicht deren Ausführlichkeit erreichen kann und sich auch weniger zum Nachschlagen eignet.

Wohl das lesbarste Buch über Grammatik, mit vielen anschaulichen Beispielen ist »Deutsch muß nicht schwer sein« (München 1986) von Hans Lobentanzer. Und obwohl der Autor von Haus aus Studiendirektor ist, fehlt erfreulicherweise jeder oberlehrerhafte Unterton.

»Deutsch für Texter und andere kluge Köpfe« (Bonn 1989) von Edith Hallwass ist ein Übungsbuch. In hunderten von sorgfältig ausgewählten Beispielen wird der Leser aufgefordert, es besser zu machen. Dazu gibt es auch Lösungsvorschläge, wobei die Autorin erfreulich wenig zum Dogmatismus neigt. Die Aufgaben sind nach verschiedenen sprachlichen Problemfeldern geordnet. Jedem dieser Sachgebiete ist eine kurze Einführung vorangestellt.

Neben seinen visualisierten Büchern (siehe unten) sind auch von Prof. Dr. Dieter Urban seine Literatur zum Text interessant, vor allem »Kauf mich! Visuelle Rhetorik in der Werbung« (Stuttgart 1995) und »Pointierte Werbesprache: Geschriebene Texte – Gelesene Bilder« (Zürich 1995).

Ulrich Görg ist Autor des Buches »Claims – Claiming als Wertschöpfungsinstrument der Markenführung« (Offenbach 2005). Die Abgrenzung von ›Claim‹ und ›Slogan‹ ist meines Erachtens ziemlich weit hergeholt. Trotzdem ist es ein sehr anschauliches und sprachlich-gestalterisch gut aufbereitetes Buch.

Armin Reins und Veronika Claßen als Herausgeber von »Die Sahneschnitte − Wie die besten Texter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz das Mittelmaß in der Werbung bekämpfen« (Mainz 2010) haben ein wirklich empfehlenswertes Buch geschaffen. Zum Beispiel für Ono Mothwurf ist die alles entscheidende Frage: »Was ist hier eigentlich falsch gelaufen?«. Schon Michael Hajek kalauerte »Video killed the radiostar – Internet killed the copystar«. Er meint: »Das Finden der richtigen Suchworte, der Trigger und Reizworte wird immer wichtiger. [...] Der klassische Werbespot ist heute nur noch der Angelhaken der ins Internet lockt«.