Literatur_Graphik_2zeilig

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Der Klassiker ist natürlich »Häßlichkeit verkauft sich schlecht« (Düsseldorf 1953) von Raymond Loewy. Um 1920 hat Raymond Loewy das ›Stromlinien-Design‹ erfunden. Er kreierte Formgestaltung, Produkt- und Industrial Design maßgeblich weiter. Loewy entwarf unter anderem für Coca-Cola – er hat diese Flasche als die vollkommenste Verpackung überhaupt bezeichnet. Bekannt ist auch die Shell-Muschel sowie das Logo von Lucky Strike. Ein Reprint ist 1977 in Hamburg erschienen.

Ungefähr in den sechziger bis siebziger Jahren hat Willy Fleckhaus als Gestalter und Typograph das Design revolutioniert. Als Herausgeber hat ihn Michael Koetzle in »twen – Revision einer Legende« (München 1995) verewigt. »Willy Fleckhaus war ein großer Vereinfacher«, sagte Norbert Herold. Der sachlich-kühle Layout, der souveräne Umgang mit leer bleibenden Flächen, die suggestive Verwendung von Fotografien, der grafische Umgang mit Schriften, die einheitliche Gestaltung von Doppelseiten und das für ein gesamtes Produkt verbindliche Grundraster prägte seine Arbeit. Fleckhaus wurde auch von anderen Kreativen verehrt. Vom Modephotographen Walter E. Lautenbacher stammt der Ausspruch, daß er »der Papst der deutschen Kreativen« ist. »Seine Autorität war unbestritten«. Ich war Anfang der 80er Jahre bei einer Veranstaltung vom BDW in Stuttgart und war etwas spät dran. Zunächst dachte ich: ›falsche Veranstaltung‹. Fünf Minuten später merkte ich, daß es doch sehr interessant war. Zehn Minuten später war ich begeistert, und nach weiteren fünfzehn Minuten war ich glühender Anhänger von Fleckhaus, dem Kreativpapst. Bis zu seinem frühen Tod mit 58 Jahren war Fleckhaus Professor für visuelle Kommunikation in Essen und Wuppertal.

»Vom Wort zum Bild – Kreativ-Methoden der Visualisierung« (München 1981) von Werner Gaede ist eine umfassende, wissenschaftlich ins Detail gehende Darstellung, die die vielfältigen Möglichkeiten aufzeigt, verbale Aussagen zu visualisieren. Das Buch kann eine Hilfestellung bei der Entwicklung von Bild-Ideen sein, obwohl der Aufbau in Form einer programmieren Unterweisung (Frage – Antwort) diesem Zweck nicht unbedingt förderlich ist. Aktuell im Handel ist die 1992 erschienene zweite, verbesserte Auflage.

Sehr oft ist die alte Schule des Layoutens trotzdem wichtig, wie zum Beispiel von Prof. Gregor Krisztian dargestellt im »Handbuch Layoutschule« (Köln 1986). Der Titel ist etwas irreführend, denn der eigentliche Kernbereich des Layoutens, also die Seitengestaltung und Raumaufteilung, wird nur am Rande gestreift. Schwerpunkt des Buches ist die handwerkliche Technik, speziell bei der zeichnerischen Umsetzung von Abbildungen in Layouts und beim Anscribbeln von Schriften. Das ist natürlich wie aus fernen Zeiten, aber für diesen Bereich ist es allerdings sehr empfehlenswert, gerade auch wegen der Vielzahl von Tips für die gegenständliche Darstellung in den verschiedenen Motivgebieten, zum Beispiel Personen, Landschaft, Architektur et cetera.

Es gibt aber auch zahlreiche neuere Publikationen von Prof. Gregor KrisztianVor allem zu empfehlen ist das Buch »Ideen visualisieren – Scribble, Layout, Storyboard« (Mainz 2004, aktualisierte Auflage von 2011, der Titel ist die sechste vollständig überarbeitete und erweitere Auflage). Wenn man noch weiter in die Details geht, dann empfiehlt sich – und ist sogar schon fast ein Muß – beim Präsentieren Gregor Krisztian und Nesrin Schlempp-Ülker zu berücksichtigen. Sie meinen auch, »der Computer wird bedauerlicherweise oft zum Stylen flacher Ideen mißbraucht und nicht als zweckorientiertes Werkzeug begriffen«. Und sie empfehlen ebenso, kleinformatige Scribbles, also Thumbnails, nur in Strichtechnik zu erstellen. Gregor Krisztian sagt zu Recht, daß das nicht alles ist. Webdesign ist fixiert auf das Internet. Graphik war einmal, jetzt ist Mediengestaltung in. Damals hat man noch reiflich überlegt, weil es sehr aufwendig war, etwas zu ändern – heute geht es mit dem Computer ohne Probleme, mit einem Klick Hunderte von Optionen auszuprobieren und gar nicht mehr zu überlegen, ob das eigentlich sinnvoll wäre.

Interessant für denjenigen, der sich näher mit der psychologischen Seite von Farbwirkungen beschäftigen möchte ist »Die Macht der Farben« (München 1985) von Harald Braem. Noch interessanter ist Eva Heller »Wie Farben wirken – Farbpsychologie, Farbsymbolik, Kreative Farbgestaltung« (Reinbeck bei Hamburg 1989). Die zwölfte Auflage ist 2004 erschienen.

Stuart Trotter beschäftigt sich in seinem Buch »Illustrationen Zeichnen« (München 1991, England 1990) schwerpunktmäßig mit der Technik des Cartoon-Zeichnens und bietet hilfreiche Hinweise für die handwerkliche Realisation solcher Illustrationen.

Das Buch »Anzeigen gestalten« (München 1992) von Prof. Dr. Dieter Urban bietet interessante Anregungen und Beispiele, obwohl es teilweise stark theoretisierend ist und Dinge in Entwürfe hinein interpretiert, die sich der Gestalter wohl kaum dabei gedacht haben dürfte. Die von Urban mit Ausschließlichkeitsanspruch vorgebrachte These »Sage nie, was Du zeigst – zeige nie, was Du sagst« kann allerdings nicht unwidersprochen bleiben: Das ist eine mögliche Gestaltungsmethode – mehr nicht! Weitere Bücher sind »Text im Kommunikationsdesign« (München 1980), »Gestaltung von Signets« (München 1991) und »Gestaltung von Geschäftspapieren« (München 1991).